Erster Dämpfer in Elmshorn
Dieses erst dritte Aufeinandertreffen sollte eine ordentliche Wundertüte werden: Am 23. Mai, dem dritten Spieltag der Saison 2026, reisten die Leipzig Lions zu ihrem ersten Auswärtsspiel zu den Elmshorn Fighting Pirates.
Die beiden GFL-2-Newcomer des Vorjahres schenkten sich bereits in der vergangenen Saison nichts und verbuchten jeweils einen Sieg gegeneinander.
Die Leipzig Lions gingen mit Rückenwind aus dem Last-Minute-Sieg gegen die Minden Wolves in die Partie, während die Fighting Pirates ihrerseits eine knappe Niederlage gegen die Rostock Griffins verdauen mussten.
Welches Team an diesem Tag die Oberhand behalten sollte, stand also völlig offen.
Guter Einstand, schnelle Antwort
Den Anfang machten die Leipziger Gäste und brachten auch schnell die ersten Punkte aufs Scoreboard.
Quarterback Elliot Bodman (#1) bewegte den Ball sowohl durch die Luft als auch am Boden bis tief in die Redzone der Hausherren. Dort war jedoch Endstation für die Offensive der Lions – Kicker Dominik Banse (#4) stellte per Field Goal auf 0:3.
Die Antwort der Gastgeber folgte jedoch prompt.
Der neu verpflichtete Runningback Nathaniel Thomas (#28) fand eine Lücke in der Leipziger Defensive und entwischte dem verbliebenen Backfield für einen Touchdown über fast 80 Yards. Per erfolgreicher 2-Point-Conversion drehten die Pirates die Partie direkt auf 8:3.
Aus einer frühen Leipziger Führung wurde binnen weniger Spielzüge ein Rückstand – Elmshorn nutzte seine Chancen eiskalt.
Elmshorn übernimmt das Ruder
Auch im folgenden Drive überzeugte die Defense der Fighting Pirates. Wiederholt setzte man Quarterback Bodman unter Druck und zwang die Gäste schnell zum Punt.
Die eigene Offensive nutzte den Ballbesitz konsequent aus: Spielmacher Quincy Casey (#2) erhöhte inklusive Extrapunkt auf 15:3.
Auch im dritten Drive lief für die Lions wenig zusammen. Ein misslungener Handoff brachte Elmshorn erneut in Ballbesitz – und wieder wurde es teuer.
Quarterback Casey fand Joel Schütz (#11) zum nächsten Touchdown. Erneut entschied man sich für die 2-Point-Conversion und baute die Führung auf 23:3 aus.
Die Leipzig Lions standen nun deutlich unter Druck, reagierten aber stark.
Vor allem Runningback Jayden Sullins (#25) und Receiver Kevin Stelzer (#8) arbeiteten sich zunehmend durch die Elmshorner Verteidigung. Stelzer belohnte die Aufholjagd schließlich mit einem stark behaupteten Catch gegen Double Coverage zum Touchdown. Nach erfolgreichem PAT verkürzten die Lions auf 23:10.
Das Momentum kippte nun sichtbar zu den Gästen.
Linebacker Tim Weidner (#9) fing einen Pass der Pirates ab und brachte die Offensive sofort zurück aufs Feld. Bodman fand direkt im ersten Down erneut Kevin Stelzer (#8) – Touchdown Leipzig.
Der Extrapunkt wurde zwar geblockt, dennoch arbeiteten sich die Messestädter auf 23:16 heran.
Mit diesem Spielstand ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Fighting Pirates bestrafen Fahrigkeit
Nach der Pause begann Elmshorn erneut mit Ballbesitz und arbeitete sich methodisch bis tief in die Leipziger Redzone vor.
Dort fand Quincy Casey diesmal Benjamin Mau (#7) zum nächsten Touchdown. Die erneut erfolgreiche 2-Point-Conversion stellte auf 29:16 und stoppte die Leipziger Aufholjagd vorerst.
In der Folge wurde die Partie zunehmend zäher. Flaggen und kleinere Unstimmigkeiten häuften sich auf beiden Seiten.
Dennoch gelang es Elmshorn weiterhin besser, die Fehler des Gegners auszunutzen. Zwar misslang später ein Field-Goal-Versuch der Pirates nach einem schlechten Snap, wodurch Leipzig per Turnover on Downs wieder in Ballbesitz kam – die erhoffte Wende blieb jedoch aus.
Kurz vor der Endzone unterlief den Lions ein folgenschwerer Fehler: Nach Abstimmungsproblemen verlor Leipzig den Ball, Elmshorn sicherte sich die Fumble Recovery.
Die Gastgeber ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen. Nach einem weiteren langen Lauf beendete Nathaniel Thomas (#28) die nächste Angriffsserie genauso spektakulär, wie er sie begonnen hatte.
Mit erneut erfolgreicher 2-Point-Conversion erhöhte Elmshorn auf 37:16.
Trotz aller Aufholbemühungen bestrafte Elmshorn die Leipziger Fehler konsequent und hielt die Kontrolle über die Partie.
Spätes Signal der Lions
Das letzte Wort wollten sich die Leipzig Lions dennoch nicht nehmen lassen.
In einem starken Two-Minute-Drive verkürzte Receiver Nick Henschel nochmals auf 37:22. Der anschließende PAT blieb jedoch erfolglos.
Und dennoch sendeten die Lions mit den letzten Punkten des Spiels ein klares Signal:
Bis zum Schluss gaben sich die Messestädter nicht auf und zeigten trotz ausbaufähiger Fehlerquote, dass ein früher Rückstand sie nicht aus der Partie reißen konnte.
Am 30. Mai wartet bereits die nächste große Herausforderung: Zum American Sports Gameday empfangen die Leipzig Lions den letztjährigen GFL-2-Meister Hamburg Pioneers im heimischen Sportpark Camillo-Ugi in Markkleeberg.
Bis dahin gilt es, die bestehenden Baustellen zu beheben und dem vermeintlichen Goliath die nächsten Punkte zu entreißen.
