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Thunderbirds vs. Leipzig Lions [07:41]

Thunderbirds vs. Leipzig Lions [07:41]

Dritter Sieg im dritten Spiel

Zwei zu-null Siege, zwölf Scores – die Bilanz der Leipzig Lions zu diesem frühen Zeitpunkt in der noch frischen Saison 2024 konnte sich bereits sehr gut sehen lassen. Darauf galt es weiterhin aufzubauen und den frischen Wind des 69:00 Kantersieges gegen die Rebels Prospects mitzunehmen. Mit ihrem bereits dritten Spieltag sollten die Leipziger auch bereits das erste Rückspiel gegen einen Ligakontrahenten bestreiten und so lautete am 14.04. das Ziel der zweiten Auswärtsreise Berlin-Neukölln, genauer das Stadion Britz-Süd der Berlin Thunderbirds. Nur wenige Wochen zuvor trennten sich die beiden Teams mit einem recht knappen Erfolg zugunsten der Lions, wobei schlechte Wetterbedingungen insbesondere den Offensiv-Reihen beider Seiten einige Schwierigkeiten bereiteten. Deutlich bessere Konditionen sollten nun allerdings in der erneuten Begegnung ein klareres Bild schaffen, auch wenn das Berliner Kunstrasen-Spielfeld anreisende Gästen schon oft zum Stolpern gebracht hat.

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Ein wenig holprig erfolgte tatsächlich der Spiel-eröffnende Kickoff-Return der Leipzig Lions. Der Leipziger Returner Jan Rubitzko #18 verschätzte sich etwas, ein weiter Kickoff versprang ihm, sodass ein letzter Versuch, die Misere zu retten, an der eigenen 3 Yard-Linie endete. Von dort befreite sich die Lions Offense zunehmend, mühte sich circa bis zur eigenen 15, wo man sich aber schließlich zum Punt gezwungen sah. Das Heimteam startete damit ihren ersten Drive an der eigenen 40. Besonders weit sollten aber auch sie nicht gelangen. Die, bereits an den vorherigen Spieltagen so dominante, Leipziger Defense drängte den Angriff der Hausherren sogar zurück und verhinderte zudem zwei tiefe Passversuche.

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Entsprechend begaben sich die Thunderbirds in die Punt Formation, doch plötzlich steckte der Punter den Ball weg und lief für 15 Yards zum neuen First Down. Mit diesem mutigen Spielzug erkämpften sich die Berliner weitere 4 Versuche, um die ersten Zähler auf das Scoreboard zu bringen. Doch wie zuvor bissen sie sich auch diesmal die Zähne an der Leipziger Verteidigung aus. Im zweiten Versuch scramblete der Quarterback unter viel Druck nach außen, versuchte einen letzten, doch zu ungenauen Verzweiflungspass auf einen seiner Receiver.

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Malte Wehrmeister #7 nutzt dies gekonnt aus, fing den Ball ab und trug diesen noch einige Yards zur Feldmitte. Der erste Turnover der Begegnung holte damit die Offense der Leipzig Lions also in einer aussichtsreichen Position ins Spiel. Wie schon gegen die Rebels Prospects etablierte Offense Coordinator Carsten Kunz früh ein solides Laufspiel, in welchem vor allem RB Tony Kulok #30 und QB Elliot Bodman #11 einige Yards in Richtung Endzone überwanden.

Letztlich sollte das Zusammenspiel eben dieser beiden die ersten Punkte des Tages bringen. Mit einer spät gezogenen Pitch Option vom Spielmacher auf seinen Half-Back offenbarte sich zur Rechten eine Lücke, durch die Tony Kulok #30 geschickt zu schlüpfen wusste. So konnte dieser sich nach bereits zwei starken Spielen in dieser Saison auch endlich einen ersten Score verbuchen. Der Extrapunkt sollte diesmal, mit Rückblick auf das Punkte-Festival des vorhergehenden Spieltages, nicht bloß reine Formsache sein. Die Berliner Verteidiger durchbrachen die Kicking Wall und fälschten den Ball ab, sodass sich der Stand auf 00:06 einstellte. Nun war es an der Offense der Hausherren, nachzuziehen. Der Kickoff resultierte in einem Touchback und so starteten die
Berlin Thunderbirds an der eigenen 20. Ein weiteres Mal gab sich die Leipziger Defense keine Blöße – ein schnelles 3-and-out brachte die Offense um Elliot Bodman #11 schnell wieder ins Spiel und so begann der neue Drive nach einem weiten Punt an der eigenen 25. Erneut dominierte auf Leipziger Seite insbesondere das starke Laufspiel, wobei es diesmal an Christian Möller #31 war, sich immer wieder mit guten Läufen in Szene zu setzen. Circa bis zur 40 Yard-Linie arbeiteten sich die Lions so stückweise voran, bis das Defensive Backfield der Thunderbirds eine kurze Unaufmerksamkeit offenbarte. Yassin Weber #82 entlief seinem Verteidiger auf einer tiefen Post-Route, sicherte den präzisen Pass seines Quarterbacks und konnte erst an der Berliner 20 zu
Boden gebracht werden. Die folgenden Passversuche missglückten dann wiederholt, erst als Elliot Bodman #11 sich ein Herz fasste und selbst zum Lauf ansetzte, gelang der Ausbau der noch knappen Führung. Mit beeindruckender Ahtletik übersprang er einen letzten Verteidiger zum Hurdle in die Endzone.

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Beim anschließenden PAT zeigte sich ein altbekanntes Bild, als Holder Jonathan Dietze #3 den Ball behielt und mittels Pass zur 2-Point-Conversion ansetzte. Diese landete zwar letztlich in den Händen von Jan Eisenbraun #2, doch aufgrund einer Strafe wurde der Extraversuch wiederholt, neuer Stand nach einem
guten Kick von Yassin Weber #82 nun also 00:13. Die folgenden beiden Drives waren nahezu ein Abbild – wie zuvor sahen sich die Berliner einer standhaften Leipziger Defensive gegenüber und wie zuvor waren sie nach drei unerfolgreichen Downs zum Punt gezwungen. Diesmal ab der 35 Yard-Linie der Thunderbirds, begann man mit einigen kurzen Läufen, bis erneut ein entscheidender langer Pass, nun auf Jan Eisenbraun #2, für den nächsten Score sorgte, der das Leder sicher in die Endzone trug. Auch der hier anschließende PAT wurde, dieses Mal aber eher unfreiwillig, aufgrund eines misslungenen Snaps, zur versuchten 2-Point-Conversion. Der Ball fand allerdings keinen Empfänger, so der neue Stand 00:19.

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Auch in der nächste Drive-Serie bekamen die Zuschauer einen ähnlichen Spielverlauf zu sehen: erneut stoppte die Defense der Gäste aus Leipzig den Berliner Angriff, ohne ein neues First Down zuzulassen und entsprechend schnell wechselten Spielrichtung und Ballbesitz. Doch auch die Offense der Leipzig Lions schien keinen längeren Aufenthalt auf dem Feld geplant zu haben. Statt zum wiederholten Mal das Laufspiel zu etablieren und sich der gegnerischen Endzone zu nähern, priorisierte man nun zunehmend den Raumgewinn durch die Luft, insbesondere in Person vom stetig auffälliger werdenden Jan Eisenbraun #2. Bereits im zweiten Versuch fand der Quarterback der Gäste seinen Wide-out auf einer Corner-Route und damit für weitere Zähler. Den zugehörige Extrapunkt verwandelte dann ebenfalls kein anderer als Leipzigs Nummer 2 sodass das Scoreboard nun 00:26 anzeigte. Mit diesem Stand sollte es dann nach je einem punktelosem Drive für beide Teams auch in die Halftime gehen. Ein weiter Kickoff zum Beginn der neuen Hälfte ließ die Berlin Thunderbirds, ähnlich zum Spielbeginn, tief in der eigenen Hälfte starten. Ein ungewohntes Bild zeigte sich nun aber nach der Pause – Stück für Stück gelang es den Gastgebern sich
immer weiter voranzukämpfen. Ungewöhnlich spät gestoppte Läufe und eine glückliche Completion, welche ebenso gut eine Interception hätte sein können, verschoben die Kette bis zur Leipziger 30. Von dort schlossen die Thunderbirds einen soliden Drive mit ihren ersten Punkten der Begegnung, als ein Receiver der Passverteidigung entlief und für 6 ging. Der anschließende Extrapunkt gelang ebenso und stellte damit auf 07:26. Über die ersten Punkte, die man auf Leipziger Seite in dieser Saison hinnehmen musste, hinaus, lief es auch für die Offense in ihrem ersten Drive nicht allzu rosig. Drei Incompletions zwangen die Lions zum Punt und verschafften den Berlinern ihr erstes 3-and-out in der Tagesstatistik. Deutlich wacher wirkten danach aber beide Seiten des Ball der Leipzig Lions – auch ihre Defense schickte den Kontrahenten zügig vom Feld und brachte die eigene Offense mit einem Turnover-on-downs zurück ins Spiel.

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Diese fackelte ebenso nicht lang und zum wiederholte Mal war es die bisher schon so erfolgreiche Verbindung zwischen Elliot Bodman #11 und Receiver
Jan Eisenbraun #2, die den verschlafenen Start ins dritte Quarter fast vergessen machte. Bereits im ersten Versuch ließ letzterer seinen Verteidiger hinter sich und fing damit seinen dritten Touchdown des Tages, den er nachfolgend noch mit einem erfolgreichen PAT zum 07:33 abrundete.

Bis spät ins vierte Quarter hinein glichen sich beide Teams nahezu aus. Kurze Läufe und vereinzelte Completions brachten jeweils zwar kleinere Raumgewinne, doch genügten nicht, um weitere Punkte zu erzielen. Erst als der Berliner Quarterback mit einem tiefen Pass in eine Double Coverage warf, jedoch aber Jonathan Dietze #3 anstatt seines erhofften Receivers fand, näherten sich die Leipzig Lions wieder der gegnerischen Redzone.

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Der Safety überwand mit einem starken Int-Return 65 Yards und verschaffte seiner Offense so eine vielversprechende Position. Diese wusste das Geschenk zu nutzen und es gelang der letzte Touchdown des Tages – und was für ein Sahnehäubchen dieser werden sollte. Auf einer kurzen Stick-Route fand Elliot Bodman #11 seine Nummer 18 Jan Rubitzko.

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Schnell hingen fünf, sechs Verteidiger an diesem, das Play schien längst gestoppt. Plötzlich wollte sich auch Eike Runne #62 noch mit ins Spiel bringen, walzte in die Traube hinein und verschaffte damit seinem Receiver genügend Raum, sodass dieser sich mit einem letzten, an sich gekletteten Linebacker, in die Endzone kämpfte.

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Der Extrapunkt durfte natürlich nicht fehlen und es ergab sich wieder mal ein altbekanntes Szenario. Jonathan Dietze #3, Holder, behielt den Ball, entlief über die Außen der Berliner Defense und verbuchte damit den letzten Punkt des Tages, um zum Endergebnis 07:41 einzustellen. Den dritten Sieg im dritten Spiel nahmen die Leipzig Lions nun also an diesem Sonntag-Nachmittag wieder mit zurück in die Heimat, auf der bisherigen starken Saisonleistung wusste man insbesondere seitens der Offense aufzubauen. Einen einzigen kleinen Makel barg jedoch der eigentlich so dominante Erfolg im Rückspiel gegen die Berlin Thunderbirds, mit dem ersten zu verkraftenden Touchdown aus Sicht der Defense, hatte man doch auf einen weiteren zu-Null-Sieg gehofft.

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Natürlich gilt es nun, weiterhin noch so kleine Fehler auszumerzen, um auch die nächste Begegnung am 28.04. im dritten Auswärtsspiel für sich entscheiden zu können. Dann heißt der Kontrahent Magdeburg Virgin Guards, der eine hoffentlich spannende und erfolgreiche Generalprobe darstellen wird, bevor am 04.05. das heiß erwartete Aufeinandertreffen mit den Spandau Bulldogs im Leipziger Ratzelstadion ansteht.

Konstantin Steglich i.A. Sportmanagement Leipzig Lions e.V.; Fotos: ts_fotodesign

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